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Käshofen: gemeinsam schuldenfrei

 

In ganz Rheinland-Pfalz haben Kommunen mit einer mangelnden Finanzausstattung zu kämpfen. Um die Dorfentwicklung dennoch gestalten zu können - und das bei einem ausgeglichenen Haushalt -, setzt die 720-Seelen-Gemeinde Käshofen (Südwestpfalz) auf Synergieeffekte, schöpft Sparpotenzialen aus und schafft es durch Kreativität sowie dank  des großen Engagements der Bürger, finanziell auf gesunden Füßen zu stehen. 

 

Um das 1977 erbaute Dorfgemeinschaftshaus (DGH) zu betreiben und zu finanzieren, hat die Gemeinde  einen kreativen Ansatz gefunden. Um die Unterhaltung der Einrichtung, die im gesellschaftlichen Leben des Ortes eine zentrale Rolle spielt, kümmert sich der Förderverein des Dorfgemeinschaftshauses. Dem Verein gehören kraft Amtes der Ortsbürgermeister und die Gemeinderatsmitglieder an. Er mietet das DGH von der Gemeinde, vermietet es weiter und generiert so Einnahmen. Haupteinnahmequelle sind Dorffest und die Kerwe. Organisiert werden beide Feste vom Förderverein. Über 100 freiwillige Helfer sind jeweils im Einsatz und tragen einerseits zu einem aktiven Dorfleben und andererseits zur Finanzierung des Hauses bei. Denn die Einnahmen fließen gänzlich in dessen Unterhaltung, etwa in Mobiliar, Küche, neue Leuchten in der Halle oder Fenster in der sogenannten Altenstube, die als Ratszimmer dient. Dank dieses Konstruktes und Spenden von Vereinen konnte das DGH über Jahrzehnte instandgehalten werden, ohne dass es zur großen finanziellen Last für die Gemeinde wurde.

 

Inzwischen wurde die Halle durch einen Anbau erweitert, der Stauraum für Sportgeräte, Stühle und Tische bietet. Statt der kalkulierten 52.000 Euro kostete der Anbau nur 45.000 Euro - auch dank 350 Arbeitsstunden von freiwilligen Helfern. Nur 11.000 Euro musste die Gemeinde zahlen. Neben einem Landeszuschuss (23.000 Euro) gab es Spenden vom TTC Käshofen (7000 Euro) und der Daniel-Theysohn-Stiftung (4000 Euro). Trotz ständiger Unterhaltungsmaßnahmen steht bei dem in die Jahre gekommenen Haus eine große Sanierung an, die die Gemeinde stemmen muss.

 

Käshofen hat in den vergangenen Jahren nicht nur in das DGH investiert. Die Ernennung zur Schwerpunktgemeinde der Dorferneuerung hat viele Projekte – kommunale und private – angestoßen. Das 2010 verabschiedete Dorferneuerungskonzept ist bis heute Richtschnur für die Entwicklung des Ortes. Triebfedern sind der Bürgermeister, der Gemeinderat und die Bürger, die sich mit zahlreichen Arbeitsstunden einbringen. Neben der Gestaltung des Mehrgenerationenplatzes, einem Vorzeigeprojekt der Dorferneuerung, wurde die Leichenhalle zu einer Kapelle umgebaut, in der Gottesdienste und kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Unverzichtbar bei allen Projekten sind die ehrenamtlichen Helfer. So wurde 2017 der Dorfplatz gepflastert. Dank 1000 (!) ehrenamtlicher Arbeitsstunden musste die Gemeinde nur 26.000 Euro Materialkosten zahlen. Seit 2012 besitzt Käshofen am Dorfplatz eine Multifunktionshalle, die Stauraum für Streugut, Geräte, die selbst gefertigten Marktbuden und sonstige Materialien bietet. An Dorffest und Weihnachtsmarkt dient sie als Bar, überdachte Sitzmöglichkeit oder Bühne. 47.000 Euro hat die Halle gekostet. Auch hier brachten sich die Bürger mit 700 Arbeitsstunden ein.

 

Doch nicht nur bei Großprojekten und Festen engagieren sich die Bürger für ihren Ort. Da sich die Gemeinde keinen hauptamtlichen Gemeindearbeiter leisten kann, und es einer 450-Euro-Kraft unmöglich ist, alle Grün- und Gemeindeflächen in Ordnung halten, tragen die Käshofer Bürger mit einem System von Patenschaften zu einem gepflegten Ortsbild bei. Sie kümmern sich ehrenamtlich um Grünflächen, die Pflege der Pflanzen am Mehrgenerationenplatz oder das Sauberhalten von Bushaltestellen in der Gemeinde.

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